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AR im E-Commerce: Welche Rolle Augmented Reality & 3D bei beliebten E-Commerce-Plattformen wie Shopify & Co. spielt

Was bieten Shopify, Shopware, Magento, BigCommerce und WooCommerce in Sachen Augmented Reality und Produktvisualisierung in 3D? Wir haben die 5 Anbieter verglichen und erklären, mit welchen potentiellen Aufwänden die Integration interaktiver Einkaufserlebnisse verbunden ist.

Mario
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Inhalt

Der Siegeszug digitaler Plattformen im Handel verschärft den Wettbewerb und erhöht den Druck, neue Alleinstellungsmerkmale jenseits niedriger Preise zu entwickeln. Einen Ansatz bietet die Gestaltung interaktiver Einkaufserfahrungen an verschiedenen Punkten der Customer Journey in Augmented Reality (AR). AR im E-Commerce macht komplexe Produkte erfahrbar, indem Sie in 3D direkt an ihrem späteren Einsatzort dargestellt werden. Welche Funktionen bieten Shopify, Shopware, Magento, BigCommerce und WooCommerce für die Umsetzung interaktiver AR-Erfahrungen im E-Commerce? Alle Vorteile, Limitierungen und Alternativen lesen Sie in diesem Vergleich.

Wie AR im E-Commerce die Zukunft des Handels prägt

Augmented Reality bezeichnet das Verschmelzen der realen Welt mit der digitalen Welt. Während für Virtual Reality- Anwendungen noch teure Hardware notwendig ist, bieten Augmented Reality- Anwendungen einen niedrigschwelligen Zugang über das Smartphone. Das zeigt sich auch in wachsenden Nutzerzahlen: Laut einer Umfrage zum Interesse an Augmented Reality in Deutschland bis 2021 hat jeder Sechste schon einmal eine AR-Anwendung genutzt, fast jeder Fünfte (19 %) will das in der Zukunft nachholen. Bisher erweitern AR-Lösungen allerdings vor allem die Erfahrung beim Konsum digitaler Medien – die Nutzung im Onlinehandel ist mit einem Anteil an der Gesamtnutzung von 6 Prozent bisher eine Nische. Dabei bietet Augmented Reality großes Potenzial, den Online-Handel zu prägen.

Interaktive Produktindividualisierung:

Durch die Digitalisierung sind individuelle Produktkonfigurationen für Käufer und Verkäufer in vielen Branchen greifbar nah. Passend dazu, wird von 60 Prozent der Kunden laut dem Consumer Barometer 01/2022 von KPMG erwartet, dass Unternehmen in Zukunft mehr Individualisierungsmöglichkeiten für ihre Produkte bieten. Augmented Reality bietet einen Ansatz, um diese neuen Kundenbedürfnisse zu befriedigen und durch interaktive Erfahrungen ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln.

Komplexe Produkte erfahrbar machen und Conversion Rate steigern:

Produktbilder sind im E-Commerce ein wichtiger Hebel zur Steigerung der Konversionsrate und zur Senkung der Rücksendequote. Möbel, Bilder, Kleidung – bei vielen Produkten ist die Wirkung am Einsatzort wesentlich für die Kaufentscheidung. Durch die Nutzung einer AR-Anwendung werden diese Gegenstände direkt an ihren zukünftigen Einsatzort projiziert und vermitteln eine greifbare Vorstellung vom Produkt.

E-Commerce und Retail verbinden:

Der klassische Einzelhandel kämpft nicht erst seit der Corona-Krise mit der wachsenden Konkurrenz in der digitalen Welt. Augmented Reality Anwendungen haben das Potenzial, eine Brücke zwischen Retail und Online-Handel zu schlagen und den Einkauf zum Erlebnis zu machen.

AR im E-Commerce: Welche Funktionen sollten moderne AR-Lösungen bieten?

Für alle großen E-Commerce-Plattformen sind mittlerweile mehr oder weniger fortgeschrittene AR-Lösungen verfügbar, jedoch bieten nicht alle dieselben Funktionen:

  • Erstellung & Bearbeitung von 3D-Objekten: Für die Darstellung von 3D-Objekten im Internet sind klassische CAD-Modelle wegen ihres Aussehens und ihrer Dateigröße ungeeignet. Stattdessen werden 3D-Modelle im Glb-Format und im USDZ-Format (Apple) erstellt.
  • Darstellung von 3D-Objekten: Die Darstellung von 3D-Modellen im Web ist die Vorstufe einer AR-Lösung. 3D Webviewer ermöglichen die Einbindung dieser Modelle wie ein normales Produktfoto oder -video. Kunden können das Modell drehen und von allen Seiten betrachten.
  • WebAR-Integration: Moderne AR-Lösungen bieten dem Kunden die Möglichkeit, das virtuelle Produkt aus dem Shop direkt über das Smartphone in die eigenen vier Wände zu holen. Der Transfer von Desktop zu Mobile erfolgt in der Regel durch das Scannen eines QR-Codes. Dieser öffnet eine Web-Anwendung, die das Produkt-Modell mit den Umgebungsdaten aus der Smartphone-Kamera verbindet.
  • Produkte individualisieren: Individualisierbare Produkte aus einem Konfigurator sind für die Darstellung in AR prädestiniert, denn Farben, Formen und Details wirken erst in ihrem späteren Einsatzkontext authentisch – egal ob Kleidung, Möbelstücke oder Dekoration.
Augmenteers_AR_Profil_Rudhart

Die Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von AR im E-Commerce sind hochwertige 3D-Modelle und eine AR-Lösung, die diese Modelle kanalübergreifend verfügbar und ihre Wirkung auf die zentralen KPIs messbar macht.

Mario Rudhart
Augmenteers Co-Founder

Shopify AR: Native 3D-Integration und WebAR per Erweiterung

Shopify ist in wenigen Jahren zur größten E-Commerce-Plattform der Welt geworden und hat von Anfang an auf die frühphasige Integration von E-Commerce-Trends gesetzt. Mit Shopify AR stand dem Unternehmen bereits früh eine dedizierte App zur Verfügung, die in Zusammenarbeit mit einem Drittanbieter entwickelt wurde. Mittlerweile wurden Funktionen zur Darstellung von 3D-Modellen in die Shopify-UI integriert, eine echte Projektion der Produkte in das Zuhause der Kunden ist mit den Shopify-Bordmitteln aber nicht möglich. Für diese Aufgabe existieren Erweiterungen wie die Shopify AR App, die das Produkt via QR-Code in das Zuhause des Kunden bringt und zudem die Konvertierung von 2D-Bildern in 3D-Modelle direkt im Backend ermöglicht. Eine Bearbeitung dieser Modelle ist allerdings nicht möglich. Dadurch ist die Qualität der Modelle leider oftmals noch nicht fotorealistisch.

Person hält ein Smartphone auf dem Shopify geöffnet ist

Shopify ist mittlerweile die größte E-Commerce Plattform

Shopware: AR-Funktionen als kostenpflichtige Erweiterung

Shopware ist ursprünglich als ein Shop-System für die lokale Installation auf einem Webserver gestartet. Mittlerweile sind allerdings auch Cloud-Versionen erhältlich. 
Von Haus aus bietet Shopware keine Option zur Darstellung von Produkten als 3D-Modelle oder in Augmented Reality. 
Über den Shopware-Katalog ist allerdings die Erweiterung Shopware AR & 3D erhältlich, die sowohl die Einbindung von AR-Modellen erlaubt und via QR-Code eine nahtlose Schnittstelle in die erweiterte Realität bietet. Die Modelle selbst können mit der Erweiterung nicht erstellt werden.

Magento & AR: Open-Source-Modul mit Schnittstelle zu Aero und Apple ARKit

Adobe Commerce, vielen noch bekannt als Magento, ist eine modulare E-Commerce-Plattform, die unter der Open-Source-Lizenz erhältlich ist und von einer aktiven Community gepflegt wird. Von Haus aus bietet Magento 2 keine AR-Funktionen, allerdings erweitert WebAR für Magento 2 den Online-Shop um die Einbindung von AR-Modellen und die Schaffung browserbasierter AR-Erfahrungen, die sich in den gängigen AR-Dateiformaten über das Backend hochladen lassen. Darüberhinausgehende Funktionen zur Produktindividualisierung fehlen in der Open-Source-Lösung jedoch.

Screenshot des Adobe Magento Marketplaces

Screenshop des Adobe Magento Marketplace für Erweiterungen

BigCommerce: Browserbasiertes AR durch Erweiterung

BigCommerce ist eine cloud-basierte E-Commerce-Lösung ohne native AR-Funktionen. Mit ARize steht Anwendern eine kostenfreie Erweiterung für die Darstellung von Produkten in der Augmented Reality zur Verfügung. Die 3D-Modelle werden über das Backend importiert und anschließend wie Produktbilder auf der Produktseite eingeblendet. Mit einem Klick auf einen Button generiert das Tool QR-Codes, mit denen Kunden die Produkte über das Smartphone in den eigenen vier Wänden darstellen können. Individualisierungen sind allerdings nicht direkt in der AR-Umgebung möglich.

WooCommerce: 3D & AR als kostenfreies Plug-in

WooCommerce macht aus dem Blogsystem WordPress einen vollwertigen Online-Shop, bietet in der Basisinstallation allerdings keine AR-Funktionen. Die kostenlose Erweiterung AR for WooCommerce erweitert die WordPress-Installation mit WooCommerce-Erweiterung um die grundlegenden AR-Funktionen. Produktmodelle können über das WordPress-Backend hochgeladen und auf den Produktseiten eingeblendet werden. Über einen QR-Code bringen Nutzer das jeweilige Produkt von der virtuellen in die erweiterte Realität. Individualisierbare Produkte lassen sich mit der Erweiterung nicht abbilden und für die Erstellung ist zusätzliche Software von Drittanbietern notwendig.

AR im E-Commerce: Das bieten Shopify, WooCommerce und Co. im Überblick

Fazit: So gelingt Händlern der Einstieg zu AR im E-Commerce

Bereits heute können sich laut einer Studie von GetApp 49 Prozent der Nutzer vorstellen, die Technologie beim Online-Shopping zu nutzen. Die Anbieter von E-Commerce-Lösungen adaptieren den Trend und Augmented Reality spielt auf allen Plattformen eine Rolle. Shopify hat inzwischen sogar eine Funktion zur Integration von 3D-Modellen auf den Produktseiten an Bord. Alle anderen E-Commerce-Lösungen sind auf Drittanbieter angewiesen, um den Onlineshop fit für AR zu machen. Aber auch diese Erweiterungen sind teilweise limitiert.

Zudem wird die Erstellung, Bearbeitung und Verwaltung der 3D-Modelle durch die aktuell verfügbaren Erweiterungen nicht abgedeckt. Online-Händler sind entweder auf externe Software und entsprechende Fachkräfte für die Erstellung von AR-Modellen oder eine externe AR-Plattform wie Augmenteers angewiesen.

Die Augmenteers Plattform vereint die Bearbeitung, Verwaltung und Auslieferung von AR-Modellen und macht die Performance interaktiver AR-Erfahrungen messbar. 3D-Modelle werden direkt in der Cloud über eine grafische Oberfläche bearbeitet und können über die Schnittstelle zu allen E-Commerce-Systemen in ihre Verkaufskanäle integriert werden. Mit Augmenteers schaffen Sie interaktive AR-Erfahrungen auf allen Kanälen, steigern die Performance ihres Shops und gestalten heute die Customer Journey von morgen.

Integrieren Sie AR und 3D noch heute

Erfahren Sie in einer unverbindlichen Demo, wie Augmenteers es ermöglicht, AR und 3D in Ihrer gewohnten Shop-Umgebung einzusetzen.